Am Anfang war das Wort….

Nachdem ich mittlerweile nun schon recht erfolgreich fünf Fremdsprachen gelernt habe – und einige davon in recht kurzer Zeit – ist es wohl an der Zeit, meine Erfahrungen beim Lernen einer neuen Sprache zu teilen und anderen Ambitionierten vielleicht einige hilfreiche Tipps zu geben. Warum sollte man überhaupt eine neue Sprache lernen? Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Einen lernen eine neue Sprache, weil sie es müssen, sei es für Schule oder Studium. Andere lernen eine neue Sprache für ihren Beruf, weil vielleicht ein Einsatz im Ausland ansteht oder regelmäßige Konferenzen mit ausländischen Geschäftspartnern zu führen sind. Wieder andere wollen ein bisschen ihre grauen Zellen auf Trab halten und sich im nächsten Toskana-Urlaub einen Wein in der Landessprache bestellen. Dann kann man eine weitere Sprache lernen, um zu sehen wie sie funktioniert, wie sie aufgebaut ist und wie sie sich von anderen unterscheidet oder was sie mit anderen Sprachen gemeinsam hat. Mein Ziel war es bisher immer, eine Sprache möglichst perfekt zu beherrschen, sodass ich mich in ihr fließend verständigen kann, Zeitungsartikel flüssig lesen und Fernsehsendungen/Nachrichten problemlos folgen kann. Auch der Aspekt des Sprachvergleichs hat mich schon immer interessiert. Um dies zu erreichen, gleich vorweg mein erster Tipp:

Finger weg von diesen meist bunt bedruckten Sprachpaketen, auf denen steht: “Fließend Englisch in nur 30 Tagen!”, “Spanisch lernen in nur 2 Wochen!”, “Perfekt Französisch in nur 4 Wochen ganz ohne Grammatik!” Erstens ist es gelogen und zweitens pure Geldmacherei. Gleiches gilt für ähnliche Angebote dubioser Sprachreiseveranstalter. Eine Sprache ohne Grammatik lernen: Geht nicht! Jede Sprache hat eine Grammatik und wenn man sie ernsthaft beherrschen will (womit ich meine, sich über ein paar Begrüßungsfloskeln hinaus zu verständigen), kommt man ihr nicht vorbei. Mit bereits erwähnten Paketen schafft man es vielleicht gerademal so weit wie der Papa bei “Goodbye Deutschland”, der nach einem halben Jahr Vorbereitungszeit beim Kofferpacken freudestrahlend vor laufender Kamera verkündet: “Ick weß schon wat “Hallo” uff Spanisch heßt: Det is “hola!”

Wobei an dieser Stelle einmal lobenswert zu erwähnen wäre, dass sich überhaupt jemand mit der Sprache des Landes beschäftigt, in das er auszuwandern gedenkt, was ja augenscheinlich schon gar keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Wie lerne ich also am Besten eine neue Sprache? Die Typen sind hier unterschiedlich. Die Einen müssen von A-Z alles vorgekaut bekommen, andere benutzen gerne CDs und wieder andere kaufen sich ein Lehrbuch, setzen sich alleine daheim hin und ackern es durch. Ich bin der typische “Interaktiv-Sprachenlerner”, das bedeutet, eine Sprache zu lernen besteht für mich aus lesen, schreiben, hören und sprechen. Wenn all diese Komponenten beachtet werden, lässt sich in kurzer Zeit ein sehr effektives Ergebnis erzielen, vorausgesetzt, man hat einen ordentlichen Lehrer und anständiges Lehrmaterial. Meine Lieblingsbücher zum Thema Sprachenlernen werde ich hier noch vorstellen. Das Wichtigste ist erst einmal: Ohne Grammatik geht es nicht! Man kann das Sprachenlernen mit einem Hausbau vergleichen: Ohne ein solides Fundament bricht in kurzer Zeit alles zusammen. Oder wer würde schon anfangen, das Dach zu decken, wenn die stützenden Pfeiler noch nicht stehen?

Kurzfristig kann man zwar sicher einige der wichtigsten Floskeln ganz ohne Grammatikkenntnisse auswendig lernen, leider wird man diese aber nach kurzer Zeit schon wieder vergessen haben.

Demnächst mehr vom Sprachenlerner/lehrer :-)

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Eine Antwort auf Am Anfang war das Wort….

  1. mike sagt:

    Ein sehr interessanter Blog – sehr gut geschrieben und er spricht mir aus der Seele ^^ Ich bin seit ein paar Monaten dabei Italienisch zu lernen und gerade dabei einen Blog hierüber zu schreiben – also über die Katastrophen und Höhepunkte meiner Sprachreise. Ich blättere definitiv bei dir weiter durch den Blog – ich denke da bekomme ich noch eine Menge Infos zum erlernen einer Sprache, lg mike

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