Auswandern für Dummies – Goodbye Deutschland (1): Die Vorbereitungen

Ich geb es zu: Ich gucke bisweilen Auswanderer-Dokus. Kann man davon etwas lernen? Ich denke schon. Daher möchte ich im Folgenden einmal niederschreiben, was mich diese Sendungen bisher gelehrt haben.

1. Voraussetzungen

Denke nur dann ans Auswandern, wenn du mindestens die letzten 10 Jahre HartzIV bezogen und keinerlei Rücklagen gebildet hast. Andernfalls könnte dir das großartige Abenteuer entgehen, mit dem ganzen Gepäck  in Guatemala am Flughafen zu stehen und kein Geld mehr für das Busticket zu haben.

2. Wahl des geeigneten Landes

In welches Land du gehst, ist eigentlich völlig egal. Hauptsache es ist dort wärmer als in Deutschland und die Lebensmittel sind billiger.  Je weniger du über das Land weißt, desto besser. Lass dich einfach überraschen.

3. Haustiere und Pflegebedürftige

Du hast drei Hunde, zwanzig Ziervögel, ein schwangeres Rhesusäffchen und vier Chinchillas? Kein Problem. Oma, Opa, Tante und Cousine freuen sich immer über unerwarteten Familienzuwachs.

4. Sprache

Du sprichst weder gut deutsch, noch englisch, geschweige denn die Landessprache deiner zukünftigen Heimat? Kein Problem. Die Einwohner deines Wunschlandes haben mittlerweile genug Auswanderer-Dokus gesehen und wissen bereits, was auf sie zukommt. Mit Händen und Füßen kann man sich sowieso viel besser verständigen. Auf diese Art und Weise manövriert man sich ständig in neue, lustige Situationen, in denen man für einen kurzen Moment den tristen Auswanderer-Alltag hinter sich lassen kann.

5. Arbeit und Einkommen

Wieso Arbeit? Dieser Faktor kann getrost vernachlässigt werden. Schließlich wandern wir nur wegen des Wetters aus. Achte in jedem Fall darauf, dich nicht schon von Deutschland aus um eine Stelle zu kümmern. Das ist reine Zeitverschwendung! Solltest du in der neuen Heimat wider erwarten doch arbeiten wollen, reicht es auch vor Ort eine Stelle zu suchen. Sag dir im Ernstfall immer: “Es wird schon irgendwie gehen.”

6. Papierkrams: Formulare und so

Papierkrams ist lästig, muss aber gemacht werden. Schieb das, wenn es irgendwie geht, bis zum Tag der Abreise auf. Man kann lästige Formulare auch noch auf gepackten Umzugskisten ausfüllen.

7. Hausstand, Eigenheim, Mietwohnung

Erzähle deinem Vermieter lieber nichts von deinen Plänen. Wer weiß, ob es überhaupt klappt. Überrasche ihn einfach damit, indem du die Miete nicht mehr zahlst. Löse den Hausstand erst dann auf, wenn du im neuen Land angekommen bist. Per Handy mit dem Globetrottel-Tarif lässt sich das auch vom Strand aus bestens erledigen. Bist du stolzer Eigenheimbesitzer, dann verkaufe Dein Haus möglichst ein Jahr vor der Auswanderung. Die neuen Besitzer lassen dich bestimmt gerne noch eine Weile im Keller wohnen.

8. Internet, Telefon usw.

Internet, Telefon und Fernsehen ist neumodischer Krams, auf den man getrost verzichten kann. Wähle also lieber einen Ort mitten im Urwald, an dem man schon für 50 Euro eine ganze Finca bekommt.

9. Klamotten

Das Wetter in anderen Ländern ist oftmals komisch. Nimm zur Sicherheit die Flauschsocken und die Thermojacke auch in die Karibik mit, vergiss aber auf keinen Fall den String-Tanga für Norwegen.

10. Shipping

Bestelle LKW und Schiffcontainer lange bevor du das eigentliche Ladevolumen weißt. Nimm IMMER die kleinste Größe, das spart unnötige Kosten. Sollte die Ladefläche wider Erwarten nicht ausreichen, kann man immer noch die Schwester beauftragen den Krempel mit der Post nachzuschicken.

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Eine Antwort auf Auswandern für Dummies – Goodbye Deutschland (1): Die Vorbereitungen

  1. Hallo Frank,

    wirklich ein guter Beitrag, der die wichtigesten Dinge vor der Auswanderung einfach zusammenfasst. Wenn sich doch nur mal jeder daran halten würde :-) , obwohl dann gäbe es ja keine Dokus mehr im Fernsehen.

    Danke dir!

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