ba ba ba – das Imperfekt ist da

Wer Latein und/oder Spanisch lernt, der weiß, dass das Imperfekt in diesen Sprachen mit dem Infix -ba- gebildet wird:

cantabam (Lat.): ich sang

cantaba (Span.): ich sang

Auf den ersten Blick hat diese Form mit dem deutschen Äquivalent nur wenig zu tun – auf den zweiten aber schon. Und zwar dann, wenn man das Wort in seinen Vorläufer aufschlüsselt: amans b(h)am bedeutet nämlich ursprünglich eigentlich so viel “ich war ein Liebender”. bh war im Indogermanischen ein aspirierter Lippenlaut und wurde im Lateinischen eher wie ein scharfes “f” gesprochen. Die Formen fui, fuisti, fuit des Perfekts in den Romanischen Sprachen gehen auf denselben Laut zurück.

Wer nun einmal die Augen zumacht und nacheinander “fa” und dann “war” spricht, der merkt, dass zwischen den Lauten kein großer Unterschied besteht. Später wurde “amans b(h)am” dann zusammengeschrieben, das “ns” fiel unter der Dehnung des vorhergehenden Vokals weg und heraus kam dabei kein Teletubbi, sondern die Form “amabam”, in seiner Urbedeutung also im Grunde: Ich war am Lieben.

Der ba-Laut hat also die gleiche indogermanische Wurzel, die wir im Deutschen in “war” und “ge-wesen” wiederfinden.

Das Lateinische Futur auf “b” lässt sich in ähnlicher Weise aufschlüsseln:

laudans b(h)o = ich werde ein Lobender sein -> laudabo = ich werde loben

Es könnte helfen, sich anhand dieser Schilderung die Tempora besser zu merken.

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