Guter Witz, Frau Merkel!

Als Webseitenbetreiber ist man ja hierzulande einigen Kummer gewohnt. Im Grunde sollte man schon 2-3 Semester Jura studiert haben und zumindest das Telemediengesetz im Schlaf aufsagen können, will man nicht von Anfang an mit einem Fuß im Knast stehen. Aber das was ich gestern bei Spiegel online gelesen habe, schlägt dem Fass wirklich den Boden aus. Wäre heute der 1. April, ich hätte herzlich lachen können: Seit gestern ist eine neue Verordnung in Kraft, die von Webseitenbesitzern verlangt, eine Kopie ihrer Internetauftritte bei der Deutschen Nationalbibliothek (DNBG) einzureichen. Aber es kommt noch besser, das Ganze im PDF-Format!! Super Idee, wie ich finde. Vor allem Forenbesitzer oder Betreiber einer Singlebörse mit 2.000.000 Profilen werden sich über diese neue Verordnung freuen. Ob Blogger auch davon betroffen sind, ist noch unklar. Ja liebe Herren, für einen kleinen statischen Auftritt mit 3 HTML-Seiten wär das ja kein Problem, aber wer möchte bitteschön den Copy&Paster für Xing, Neu.de oder Studivz machen? :-) :-) :-)

Liebe Beamten. Ihr habt nicht nur zu viel Langeweile, sondern auch zu viel Geld und keine Ahnung. Das sind drei Dinge auf einmal und das geht einfach nicht. Nichtmal für eine Kinderüberraschung wäre dieser Spaß gut.

Diese Verordnung kann nur von irgendwelchen Amateuren erlassen worden sein, die vom Internet keinerlei Ahnung haben. Das Beste kommt zum Schluss: Wer gegen die Auflage verstößt begeht eine Straftat, die mit bis zu 10.000 Euro geahndet werden kann.

Den ganzen Artikel über das abartigste Gesetz des Jahres gibt es hier in voller Länge.

Also ich sag dann mal: Fröhliches Copy & Paste und als nächstes:

Goodbye Deutschland!

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4 Antworten auf Guter Witz, Frau Merkel!

  1. Tris sagt:

    Genau das Gleiche habe ich beim Lesen des Artikels auch gedacht: Aprilscherz. Das kann einfach nicht wahr sein.

    Die ersten Fragen, die sich mir dabei stellen:
    Welchen Sinn hat eigentlich die Speicherung?
    Warum crawlen sie die Seiten nicht selber?

    Gruß,
    Tris

  2. Frank sagt:

    Hi Tris,

    gute Fragen, die sie wahrscheinlich selbst nicht beantworten können. Wahrscheinlich Kontrollzwang oder sowas. Dass man Internetseiten viel besser online und in einem Browser betrachten kann, hat sich bis zu den Bücherwürmern anscheinend noch nicht rumgesprochen. Die Frage ist nur, wer das überhaupt alles sichten soll. Nichtmal die Hälfte der Bevölkerung wäre dazu in der Lage.

    Gut, dass wir sonst keine Probleme in Deutschland haben :-)

  3. Ute sagt:

    Nee, oder?
    Manchesmal wundere ich mich dann doch noch über Verordnungen von offiziellen Stellen. Immer mal wieder denke ich, es kann gar nicht mehr unsinniger sein, um dann erneut von einem I-Tüpfelchen zu erfahren, was doch noch möglich ist.

    Mit einem Blog wäre es wahrscheinlich nicht so schlimm. Denn da gibts ja den Feed, als XML sowieso, daraus ein PDF zu erstellen lässt sich mit einem Plugin automatisieren. Falls das noch keiner erstellt hat, dann dauert es gegebenenfalls sicher nicht lange, bis es das gibt.

    Jedoch alle Webauftritte, bei denen das eben nicht so einfach möglich wäre, hätten damit schon ein Problem.

    Mal sehen, manches erledigt sich ja recht schnell, wenn klar wird, was es bedeutet. Lass mal einige tausend Webautoren ihre Inhalte einreichen, dann werden diejenigen, die das bearbeiten müssen, schnell merken, dass es schwierig werden könnte…

  4. Frank sagt:

    Ja für kleinere Seiten wär es nicht so das Problem es zu erstellen, aber wo liegt der Sinn des Ganzen? Kein Mensch der Welt kann das alles sichten und auswerten oder gar archivieren, zumal täglich neue Informationen auf den einzelnen Plattformen dazukommen und ergänzt werden müss(t)en. Ich glaub nicht, dass das lange Bestand hat.

    VG

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