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Frank Juli 7th, 2008
Die folgenden Bücher habe ich mit Begeisterung gelesen und kann sie wärmstes weiterempfehlen. Gemäß meinen Interessen geht es zumeist um Sprachen, Grammatik, Sprachvergleiche und Webdesign. Die Seite ist für Kommentare geöffnet und so dürft Ihr gerne Eure eigene Rezension hinterlassen.
Sprachen |
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Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod |
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| Nun, Bastian Sick hier in meinem Blog zu empfehlen, ist wahrscheinlich mehr als flüssig, nämlich überflüssig. Sollte es dennoch jemanden geben, der noch nicht in den Genuss gekommen ist Sicks Ausführungen über die deutsche Sprache zu folgen, muss er sich die Werke unbedingt zu Gemüte führen. Für jeden, der sich nur halbwegs für die deutsche Sprache interessiert, ein absolutes MUST! Alle drei Ausgaben gibt es neuerdings als Sammelband zum Preis von 10 €. Sick rückt in seinen drei Bänden nicht nur dem Dativ auf die Pelle, sondern analysiert auf äußerst unterhaltsame Weise gegenwärtige sprachliche Phänomene und Tendenzen: Von Apostrophen-Katastrophen über Anglizismen bis hin zu diversen Kommafehlern kriegt jeder zur rechten Zeit sein Fett weg. Keine Frage, Sick ist super, dennoch sollte man vorsichtig sein und nicht alle seine Äußerungen für bare Münze nehmen. Kritische Distanz zu seinen Ausführungen ist hier durchaus angebracht. Sick ist gut, aber er hat die Grammatik nicht gepachtet und mit seinem übertrieben normativen Gehabe schießt er stellenweise meilenweit über das Ziel hinaus. Trotzdem, lesenswert und lehrreich ist er allemal! | |
Sick of Sick |
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| Nicht umsonst kommt bei mir direkt unter Sick André Meinunger. Denn wer Sick gelesen hat, kommt um Meinunger nicht herum! Als Sprachwissenschaftler vor dem Herrn nimmt er Sick ordentlich den Wind aus den Segeln und deckt zahlreiche Fehler auf, die Sick in seinen Ausführungen begeht. Besonders gut gefallen mir seine Schilderungen zu dem Wörtchen programmieren vs. vorprogrammieren. Die Sick-Leser plappern mittlerweile nämlich fröhlich nach, was dieser propagiert ohne überhaupt zu wissen, dass z.B. zwischen programmieren und vorprogrammieren in der Tat ein semantischer Unterschied besteht. Um Meinunger bis ins letzte Detail folgen zu können, sind allerdings im Gegensatz zu Sicks Werken profunde sprachwissenschaftliche Kenntnisse von Nöten. Meinungers Schilderungen sind durchweg schlüssig, stellenweise allerdings etwas unstrukturiert niedergeschrieben, sodass man sich manchmal fragt, ob er sich nun noch auf Sick bezieht oder bereits mit seinen eigenen Erläuterungen fortfährt. | |
Learn Ancient Greek |
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| Schonmal Altgriechisch auf Englisch gelernt? Ich schon! Nach erfolgreich absolviertem Graecum fragte ich mich, ob es wohl auch ein Lehrbuch gibt, welches diese wunderbare Sprache auf etwas humorvollere und unterhaltsamere Weise vermittelt, als dies z.B. bei den Klassikern "Kantharos" und "Hellas" der Fall ist. Forget it. Wonach ich in Deutschland vergeblich suchte, fand ich schließlich in einem kleinen Buchladen in der wunderschönen Universitätsstadt Oxford. Peter Jones weiht uns in 20 unterhaltsamen und lehrreichen Lektionen in die Sprache Platons und Homers ein. Positiver Nebeneffekt: Man verbessert gleich auch noch seine Englischkenntnisse. Allerdings sollte man nicht zu euphorisch sein. Auch nach durchgearbeitetem Lehrbuch wird man die Illias oder Platons Protagoras nicht mal eben so an Stelle der Sonntagszeitung lesen können. Hierfür ist sehr viel Übung nötig, für den Anfang sollte man sich lieber das Neue Testament vornehmen. Mit dem Lehrbuch von Peter Jones ist aber in jedem Fall ein guter Grundstein gelegt und für jene, die bereits Griechischkenntnisse haben, ist es ein überaus nettes Bonbon zum durchschmökern. ερρωσο! | |
Übelsetzungen – Sprachpannen aus aller Welt |
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Wer schon lange nichts mehr zu lachen hatte, ist mit diesem Büchlein richtig bedient. Titus Arnu hat hier Sprachpannen aus der ganzen Welt zu einer unglaublich komischen Versammlung einberufen. Zumeist geht es um laienhafte oder maschinelle Übersetzungen ins Deutsche, die auf diversen Schildern, Speisekarten oder Geschäften in typischen Urlaubsländern prangen, die offenbar so häufig von deutschen Touris aufgesucht werden, dass eine Übe(l)setzung notwendig erschien. Kleiner Auszug gefällig? Auf einem Schild: "Achtung, Durchgang verboten für Steinschlag!" oder von einer Speisekarte in Madrid: Schinken von Eichel | Geheiltes Fleisch mit Apfel | Tapfere Kartoffeln | Schädel von Kabeljau. Bei einem Bootsverleih: "Verboten das Tretboot zu Betreten." Auf dem Schild eines Cafés in Deutschland: "Morgenlatte zum kleinen Preis ab 7,30 €." Nicht nur für Übersetzer ein gefundenes Fressen, im wahrsten Sinne des Wortes. |
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Tore Janson: Eine kurze Geschichte der Sprachen |
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Ein kleines Buch für Sprachenfreunde und solche, die es gerne werden wollen. Der schwedische Sprachwissenschaftler Tore Janson, der wirklich eine beachtliche Palette an Sprachen intus hat, geht hier hauptsächlich folgenden Fragen nach: Wie sind die Sprachen in der Welt entstanden und wie haben sie sich über die Jahrtausende entwickelt? Warum blühen manche Sprachen auf und warum sterben andere aus? Kann eine Sprache den Untergang einer Zivilisation überleben? Werden in 200 Jahren alle Menschen auf der Erde Chinesisch sprechen? Ein wirklich spannendes, unterhaltsames und lehrreiches Buch, das absolut verständlich geschrieben und somit auch für Laien ohne weiteres zu verstehen ist. Da der Autor u.a. auch Afrikanistik studiert hat, nehmen die afrikanischen Sprachen einen erheblichen Stellenwert in seinen Ausführungen ein. Insgesamt ein wirklich empfehlenswertes Buch für jeden, der sich irgendwie mit Sprachen beschäftigt oder sich dafür interessiert. |
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Die Sprachen der Welt – Frederick Bodmer |
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| Wem Tore Janson gefällt und wer es aber gerne noch ein bisschen genauer haben möchte, der ist bei Frederick Bodmer (*1893) an der richtigen Adresse. Ein überaus kompetenter Philologe der alten Schule. Sein bekanntes Werk "Die Sprachen der Welt – Geschichte, Grammatik Wortschatz" war lange vergriffen und ist nun in einer hübschen blauen Neuauflage erschienen. Dieses Buch ist so umfangreich (678 Seiten), dass es fast schon möglich ist, die ein oder andere Sprache wirklich zu lernen, zumindest aber grundlegende Kenntnisse über ihre grammatikalische Struktur mitzunehmen, wenn es auch eher die primäre Intention des Autors zu sein scheint, eine auch für Laien leicht verständliche Einführung in die Welt der Sprachen und in die Indogermanistik zu geben. Tenor des gesamten Buches ist im Grunde ein Vergleich und eine Gegenüberstellung von germanischen und romanischen Sprachen, aufgefrischt mit interessanten Abbildungen und Fotografien. Am Ende des Buches findet man ein kleines "Sprachmuseum", in dem Bodmer in einem Teil germanische und im anderen Teil romanische Wörter vergleichend gegenüberstellt. Ein Beispiel aus der germanischen Wortliste: der Bauch | buik (Holländisch) | buk (Schwedisch) | bug (Dänisch) | belly (Englisch). Aus der romanischen Wortliste: die Aussicht | la vue (Französisch) | la vista (Spanisch) | a vista (Portugiesisch) | la vista (Italienisch). Für alle Sprachenfreaks eine wahre Schatzkiste im Bücherregal. | |
Vokabel-Poster |
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Mit dem Vokabel-Poster kann man einfach im Vorbeigehen den Grundwortschatz einer Sprache lernen: Einfach daheim irgendwo aufhängen und jedes Mal ein paar Wörter davon aufschnappen. Durch die ständige Wiederholung prägen sich die Wörter mit der Zeit wie von selbst ein. Die Vokabelposter enthalten die 1500 wichtigsten Vokabeln und sind in den Sprachen Englisch, Spanisch und Französisch zu haben. Der Umfang auf den Postern macht 70 Prozent des benötigten Wortschatzes aus. Wenn man mit dem Poster nicht zufrieden ist, kann man es 3 Monate lang umsonst zurückgeben. Das Vokabelposter kann man hier bestellen |


Als Einstieg in die Indogermanistik wäre noch wert “Indo-European Language and Culture” von Fortson anzuführen.
Danke für den Tipp. Ich hab mir mal die Einführung von Robert Schmitt-Brandt durchgelesen, auch sehr interessant. Allerdings für den Großteil der Otto-Normal-Schmökerfreunde wohl eine Nummer zu heftig.
Ganz vergessen dir meine Freude darüber mitzuteilen, dass du den Bodmer aufführst. Das gute Stück hat mir schon wertvolle Dienste geleistet und ist wirklich ein kleiner Schatz!