Frägst du noch oder käufst Du schon?

Grammatik für DummiesWer in der Pfalz, um die Pfalz oder um die Pfalz herum wohnt, hat bestimmt schon mal diese oder eine ähnlich klingende Konversation zwischen einer liebevollen Mutter und ihrem Sprössling mitgehört:

“Mamaaaaa, derf isch uff de Spielblatz?!”

“Isch weß aah net, frägscht holt emol doin Vadder.”

“Mamaaa, käufscht mer die Blaystation, der Tschustin hot die aaah.”

“Nää, des Ding is mer viel zu deier, mer hän jo ken Geldschisser dehääm.”

Der aufmerksame Zuhörer mag sich nun in der Tat fragen (oder frägen): Heißt es eigentlich “frägst” und “käufst” oder “fragst” und “kaufst”? Logisch wäre doch Ersteres, immerhin heißt es auch

laufen – er/sie/es läuft
saufen – er/sie/es säuft
tragen – er/sie/es trägt

Nun, eigentlich ist es ganz einfach. Die Diphthongierung (Umlautbildung) in der zweiten und dritten Person tritt nur bei Verben auf, die unregelmäßig sind, also: Laufen, lief, gelaufen | saufen, soff, gesoffen | tragen, trug, getragen. Unregelmäßig heißt, das Verb verändert seinen Stamm im Präteritum und/oder im Partizip Perfekt.

Regelmäßige Verben hingegen sind so regelmäßig, dass sie lieber ihre Ruhe haben möchten und auf die anstrengende Diphthongierung verzichten. “Fragen” und “kaufen” sind regelmäßige Verben: Fragen, fragte, gefragt | kaufen, kaufte, gekauft.

Also, keine Veränderung im Stamm, keine Diphthongierung in der 2. und 3. Person.

Noch Frägen, Kienzle?

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2 Antworten auf Frägst du noch oder käufst Du schon?

  1. Sarah sagt:

    So ganz richtig ist das mit fragen aber nicht. Es gibt zur schwachen Form fragte auch noch die starke Form frug, womit es eben dann auch die Form frägt gibt.

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