Gib Acht!

Gib Acht!

… sagte heute mal wieder jemand zu mir. In der Pfalz ein sehr beliebter Ausruf, der für “pass auf!” steht. Doch woher kommt dieser Spruch eigentlich? Wieso überhaupt Acht und nicht Fünf oder Neun?

Zur Auflösung: Acht hat in diesem Fall nichts mit der Zahl acht zu tun. Daher wird es auch groß geschrieben, sofern man das überhaupt einmal aufs Papier bringt. Das Wort geht auf ein westgermanisches Substantiv zurück: mhd. ahte, ahd. ahta, aengl. eaht, gotisch aha und bedeutet soviel wie “Sinn” und “Verstand”.

In nichtgermanischen Sprachen gehört zum Beispiel das griechische Wort óknos=zaudern zum selben Stamm. Im heutigen Sprachgebrauch ist “Acht” nur noch in wenigen Wendungen und Zusammensetzungen geläufig: außer Acht lassen, Acht geben, sich in Acht nehmen, achtlos. Vom Substantiv leitet sich das weitaus häufiger gebrauchte Verb “achten” (aufpassen, beachten, etwas wertschätzen) ab. Dazu gebildet ist Achtung (Rücksicht, Wertschätzung, Anerkennung), mhd. ahtunge.

In einigen Regionen sagt man auch vermehrt “Obacht” und “Obacht geben”, was wiederum mit dem Verb “beobachten” in Zusammenhang steht.

Mops, gib Acht!

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