Jemandem den Garaus machen

“Jemandem den Garaus machen” – irgendwie schon ein komisches Sprichwort. Es bedeutet so viel wie “jemanden töten”. Man benutzt und liest es häufig, aber woher kommt es eigentlich?

Ich muss ja zugeben, als Kind hab ich mir da immer vorgestellt, wie jemand den Herd ausmacht. Herd und gar, das gehört für mich irgendwie zusammen. Dabei geht das Sprichwort auf das 15. Jahrhundert zurück, genauer gesagt auf den Ausruf “gar aus!”, was so viel bedeutete wie “ganz aus!” In Süddeutschland wurde damit die Polizeistunde eingeläutet, also die Zeit, in der gastronomische Einrichtungen schließen müssen. Schließlich wurde der Ausdruck auf das Tagesende und den Glockenschlag übertragen, der das Tagesende angab.

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Eine Antwort auf Jemandem den Garaus machen

  1. heinz sagt:

    Eine sehr interessante Geschichte, nie habe ich darüber nachgedacht. Die Ausdruckskraft und der Reichtum der deutschen Sprache verblüffen mich immer wieder.

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