Schlecker-Pleite zieht Weltwirtschaft in den Abgrund

Es sieht nicht gut aus für Schlecker. Die Drogeriemarktkette aus dem niederthüringischen Neuschwerin steht mit dem Rücken zur Wand. 11.000 Schlecker-Frauen droht jetzt die Arbeitslosigkeit. Was manch einer als Lapalie abtun möchte, hat ernste Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Der DAX öffnete am Morgen gleich 20 Punkte im Minus, auch der Dow Jones Index und der Goldpreis treten den Rückzug an.

Die Schlecker-Filialen stehen vor dem Aus und drohen die gesamte Weltwirtschaft in eine Rezession zu reißen.

Die Schlecker-Filialen stehen vor dem Aus und drohen die gesamte Weltwirtschaft in eine Rezession zu reißen.

Die Schleckerfilialen – jahrelang stand der Begriff “Schlecker” für eine sorgfältige und liebevolle Produktauswahl, akkurat eingeräumte Regale und freundliche, komptente Kundenberatung. Auf einen Schlag ist es jetzt aus mit der Herrlichkeit. Nachdem Amnesty International intervenierte und fortan nicht mehr zulässt, dass indische Kinder bei Nacht und Nebel unter schrecklichen Arbeitsbedingungen die Hautmaske “Rent-a-skin” für den Drogeriekonzern zusammenrühren, musste Schlecker Insolvenz anmelden. Die Lücke im Produktportfolio konnte auch nicht durch das beliebte Anti-Schuppen-Shampoo “What-a-Shit” der Firma L’oreal Estefania gestopft werden. Langjährige Kunden wandten sich enttäuscht von der Drogeriemarktkette ab. Andere wiederum wissen nicht, wie es ohne Schlecker für sie weitergehen soll.

Illonka B., langjährige Schlecker-Kundin aus Mecklemburg-Neuschwerin zur aktuellen Sachlage schluchzend und kopfschüttelnd:

“Üsch weeß och nüscht, wie es jetzte weidogehn soll. Üsch hab doch ümma bei Schlecker eengekauft, wo soll üschn jetzte meene Dagescreme koofen?

Unterdessen bibbert man in den bundesweiten Schlecker-Filialen um den Transfer-Kredit von 70 Millionen Euro, mit dem die Schlecker-Frauen die nächsten 3 Monate über Wasser gehalten werden sollen. Mangels männlicher Mitarbeiter kann “Terre des hommes” von einer Hilfszahlung zur Rettung unterbezahlter männlicher Schlecker-Mitarbeiter absehen.

Sandy B. Betriebsratsvorsitzende der Schlecker-Gemeinde Hinterpommern:

Üsch verfolge die Norüschten schon den gonzen Tog. Wenn üsche jetzte in HartzIV lande, denn weß üsch och nüscht weido. Mit meene 856 Euro im Monat hab üsch mir ümma die Finganäschel in Mandy’s Nageldesign-Studio nails änd more machen können. Mit den 850 Euro Hartz IV stehen mür harte Einschnütte bevor, wie soll üschn des künftisch noch fünanzieren?

Auswirkungen auf die Weltwirtschaft

Auch an der Weltwirtschaft geht die Schlecker-Pleite nicht spurlos vorüber. Nach der Hiobs-Botschaft am Vortag eröffnete der DAX zum Handelsstart mit einem Minus von 20 Punkten, der DOW Jones geht gleich mit 100 Punkten Abschlag zum Vortag in den frühen Handel. Für Siegfried Ackermann, Chefökonom der Trust-and-Trade Handelsbank AG in Frankfurt am Main sind die aktuell starken Verwerfungen an den Märkten leicht zu erklären:

Schlecker leistete in der Vergangenheit einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Wirtschaftswachstum im asiatischen und vorderasiatischen Raum. Mit den von Arbeitslosigkeit bedrohten 11.000 deutschen Mitarbeiterinnen ist es keineswegs getan. Wir müssen bedenken, dass zehntausende indische und chinesische Kinder Monat für Monat Kosmetikabfälle für den Konzern zusammenrührten; durch die Pleite sind auch sie in ihrer Existenz bedroht. Der chinesische Außenhandelsminister hat daher heute Nacht das vorläufige  BIP von erwarteten 12,9 % auf 6,4% gesenkt, das Exportvolumen wird durch die Schlecker-Pleite aller Erwartungen nach um 60% einbrechen . Das geht natürlich auch an den europäischen Börsen nicht spurlos vorbei.

Chartbild des DowJones am “schwarzen Donnerstag”, den 29.03.2012

Schlecker-Pleite: der DOW Jones-Index geht auf Talfahrt.

Schlecker-Pleite: der DOW Jones-Index geht auf Talfahrt.

Unterdessen erwägt Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister und staatlich beauftragter Steuergelderverschwender, die Schlecker-Filialen in den Europäischen Rettungsfonds ESM/EFSF zu integrieren. Die Rettung der Schleckerfilialen könnte so mit der Rettung Griechenlands, Spaniens, Portugals, Italiens, Irlands und Großbritanniens in einem Aufwasch erfolgen. Wolfgang Schäuble zur aktuellen Situation:

Schlecker ist ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor, nicht nur für die gesamte europäische Im- und Exportwirtschaft sondern auch für die geopolitische Finanzstabilität. Daher haben Angela Merkel und ich beschlossen, die Schlecker-Filialen unter den Euro-Rettungsschirm ESM/EFSF zu nehmen, bis wir eine andere Lösung gefunden haben. Zur Zeit ist dies die beste Lösung für alle.

Die Börsen gehen unterdessen weiter auf Tauchstation. Ob eine zufriedenstellende Lösung für die Schleckerfrauen gefunden werden kann, steht zur aktuellen Stunde in den Sternen.

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Eine Antwort auf Schlecker-Pleite zieht Weltwirtschaft in den Abgrund

  1. Pro sagt:

    Es musste ja so kommen, ich bin gespannt auf die Lösung.

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