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	<title>Sprachen-Blog &#187; Dativ</title>
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	<description>Das Leben ist wie die Grammatik: die Ausnahmen sind häufiger als die Regeln. (Remy de Gourmont)</description>
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		<title>Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jul 2008 17:18:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grammatik für Dummies]]></category>
		<category><![CDATA[Dativ]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn wir uns die Tabelle betrachten, stellen wir fest, dass das deutsche Nomen jeden Kasus eindeutig zum Ausdruck bringt, sei es durch die Flektion (das Beugen) des Artikels oder/und durch die Flektion des Nomens. Im Englischen hingegen können wir ohne Kontext keinen Unterschied zwischen Nominativ, Dativ und Akkusativ ausmachen, weswegen die Stellung im Satz hier sehr wichtig ist. Die einzig echte Flektion des Nomens erfolgt im Englischen nur zwischen Singular und Plural, da hier ein "s" angefügt wird. <a href="http://sprachen-blog.de/der-dativ-ist-dem-genitiv-sein-tod/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="float:right; margin-left: 5px;"><script type="text/javascript" id="scawx-1683012710"><!--
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<script type="text/javascript" src="http://ads.adwitserver.com/script/show_ads.js"></script></div><p><a href="http://www.sprachen-blog.de/wp-content/uploads/2008/07/dummies.jpg"><img class="left alignleft" style="float: left;" title="Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" src="http://www.sprachen-blog.de/wp-content/uploads/2008/07/dummies.jpg" alt="Grammatik verständlich erklärt" /></a>&#8230;. aber wer killt hier eigentlich wen?</p><p>Kann man einen Kasus essen? Wer schon immer mal wissen wollte, was es mit diesem <a title="Bastian Sick: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" href="http://www.amazon.de/gp/product/3462034480?ie=UTF8&amp;tag=sprachenblogd-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3462034480" target="_blank">Dativ und dem Genitiv</a> und den ganzen anderen komischen Fällen eigentlich auf sich hat, der darf sich hier wohlfühlen. Um nicht gleich mit den ganzen Fällen auf einmal ins Haus zu fallen ist erstmal anzumerken, dass nicht alle Sprachen nach dem selben Prinzip funktionieren.</p><p>Im Wesentlichen unterscheiden wir nämlich drei große Sprachkategorien: Isolierende Sprachen (z.B. das Chinesische), analytische Sprachen (z.B. Englisch oder Französisch) und synthetische Sprachen (z.B. Deutsch, Latein und Isländisch), die man auch als flektierende Sprachen bezeichnet. Während analytische Sprachen die Funktion ihrer Satzteile mit Hilfe von Präpositionen auszeichnen, verändern flektierende Sprachen, wie das Deutsche oder Lateinische, den Stamm des Nomens oder des Artikels. All dies haben wir eigentlich schon mal in der fünften Klasse Deutsch bei Frau Bratapfel gelernt, nur ist das dummerweise schon viel zu lange her. Ein anschauliches Beispiel mag das eben von mir gegebene Kauderwelsch verdeutlichen:</p><p><span id="more-10"></span></p><p><span style="text-decoration: underline;">Deutsch:</span> Der Ferrari <strong>des </strong>Vater<strong>s.</strong></p><p><span style="text-decoration: underline;">Englisch:</span> The Ferrari <strong>of </strong>the<strong> </strong>father.</p><p><em>(Und hier sehen wir auch schon wer daran Schuld ist, dass unser Genitiv langsam abgemurkst wird, denn umgangssprachlich hören wir auch immer häufiger den Satz &#8220;Der Ferrari vom Papa.&#8221; oder noch schlimmer, &#8220;Dem Papa sein Ferrari.&#8221;)</em></p><p>Wie der aufmerksame Leser feststellt, verändert das deutsche Nomen seinen Stamm, indem es ein &#8220;s&#8221; an das Wort hängt, um seine Funktion innerhalb des Satzes auszudrücken (in diesem Fall als Genitiv), während der englische Satz den Genitiv einfach mithilfe einer Präposition (of), also analytisch, ausdrückt. Mit anderen Worten,  das  deutsche und auch das lateinische Nomen wird gebeugt (dekliniert), während das englische unverändert bleibt. Aus diesem Grund ist die Satzstellung bei Sprachen wie dem Englischen sehr wichtig, weil allein sie darüber Auskunft geben kann, welches nun das Subjekt und welches das Objekt ist. Als Beispiel führe ich den beliebten Beispielsatz aus dem Englischen an:</p><p><span style="text-decoration: underline;">Englisch:</span> <strong>The</strong> dog eats <strong>the </strong>fish</p><p><span style="text-decoration: underline;">Deutsch:</span> <strong>Der</strong> Hund frisst <strong>den</strong> Fisch</p><p>Während man nun den Satz im Deutschen problemlos umstellen kann, ohne dass der Sinn verändert wird:</p><p>&#8220;<strong>Den</strong> Fisch (Akkusativ) frisst <strong>der</strong> Hund (Nominativ)&#8221;,</p><p>geht das mit dem englischen Fisch nicht so ohne weiteres, denn wenn es sich nicht gerade um einen weißen Hai oder Riesenwels handelt, ist der Satz</p><p>&#8220;<strong>The</strong> fish (subject) eats <strong>the</strong> dog (object)&#8221;,</p><p>doch erstmal recht unwahrscheinlich, weil wir automatisch davon ausgehen, dass das Subjekt im Englischen an erster Position steht. Im Deutschen hingegen erkennen wir auf den ersten Blick an den deklinierten Artikeln (der/den), dass es sich hierbei jeweils um den Nominativ bzw. Akkusativ handelt, ganz gleich an welcher Position sich die Fische und Hunde im Satz tummeln. Das Subjekt steht immer im Nominativ. Merken!</p><p>Nach allem was wir nun gesehen haben, ist es also in Sprachen wie dem Englischen sehr wichtig, auf die Wortstellung innerhalb des Satzes zu achten, während die Satzstellung bei flektierenden Sprachen, wie dem Deutschen oder Lateinischen, relativ frei ist. Daher ist es vor allem auch für Übersetzer wichtig, die z. B.  eine <a title="Übersetzung Englisch-Deutsch" href="https://www.toptranslation.com/de/uebersetzung-englisch-deutsch">Übersetzung Englisch-Deutsch </a>anfertigen, auf diese grammatikalischen Besonderheiten der beiden Sprachen Rücksicht zu nehmen, um den Sinn des Satzes nicht zu verfälschen. Folgende Tabelle kann noch einmal helfen, den Unterschied zwischen den Sprachen Englisch, Deutsch und Latein zu verdeutlichen:</p><p><em>Der Ablativ kommt als natürlicher Kasus im Deutschen und Englischen nicht vor, deswegen habe ich ihn hier in Klammern gesetzt. Mit Blick auf den Kontext kann man ihn aber unter Zuhilfenahme von Präpositionen angemessen übersetzen.</em></p><p>Wenn wir uns die Tabelle betrachten, stellen wir fest, dass das deutsche Nomen jeden Kasus eindeutig zum Ausdruck bringt, sei es durch die Flektion (das Beugen) des Artikels oder/und durch die Flektion des Nomens. Im Englischen hingegen können wir ohne Kontext keinen Unterschied zwischen Nominativ, Dativ und Akkusativ ausmachen, weswegen die Stellung im Satz hier sehr wichtig ist. Die einzig echte Flektion des Nomens erfolgt im Englischen nur zwischen Singular und Plural, da hier ein &#8220;s&#8221; angefügt wird.</p><p>Dem Lateinischen hingegen fehlt jeglicher Artikel, die Funktion des Nomens innerhalb des Satzes wird ausschließlich durch die Endung signalisiert. Doch auch hier gibt es Ambiguitäten (Doppeldeutigkeiten), die sich nur aus dem Kontext erschließen lassen, indem man zum Beispiel auf eine vorgeschaltete Präposition achtet, die nur einen bestimmten Fall nach sich ziehen kann. So heißt zum Beispiel &#8220;cum amic<strong>o</strong>&#8221; &#8220;mit dem Freund&#8221; (Ablativ) und  &#8220;do amic<strong>o</strong>&#8221;  &#8220;ich gebe dem Freund&#8221; (Dativ). Obwohl es sich beide Male um die selbe Form zu handeln scheint, ist an der Präposition zu erkennen, dass wir es im ersten Fall mit dem Ablativ zu tun haben.</p><p>Um also lateinische (und auch deutsche) Sätze korrekt zu übersetzen, ist es so wichtig ihre Deklination zu erkennen um eindeutig festzustellen, ob wir es mit dem Subjekt oder einem Objekt zu tun haben. Im Folgenden nochmal ein paar Beispielsätze, damit bei der nächsten Latein-Klausur auch wirklich keiner mehr in die Fallen-Falle tappt:</p><p><span style="text-decoration: underline;">Nominativ:</span></p><p>Attic<strong>us</strong> (Nominativ Singular) amic<strong>um</strong> (Akkusativobjekt) visitat: (Wer?) <strong>Der</strong> Atticus besucht (wen?) <strong>den</strong> Freund.</p><p>Ebenso: Amic<strong>um</strong> Attic<strong>us</strong> visitat: <strong>Den</strong> Freund besucht <strong>der</strong> Atticus.</p><p><span style="text-decoration: underline;">Genitiv:</span></p><p>Verb<strong>a</strong> (Nominativ Plural) amic<strong>orum</strong> (Genitiv Plural) pulchra sunt: (Wer?) <strong>Die </strong>Worte (wessen?)<strong> der Freunde</strong> sind schön.</p><p><span style="text-decoration: underline;">Dativ:</span></p><p>Amic<strong>o</strong> (Dativobjekt) villa<strong>m </strong>(Akkusativobjekt) monstrat: (Wem?)<strong> Dem</strong> Freund zeigt er (wen?) <strong>die</strong> Stadt.</p><p><span style="text-decoration: underline;">Akkusativ:</span></p><p>Attic<strong>us</strong> amic<strong>os</strong> visitat: (Wer?) <strong>Der</strong> Atticus besucht (wen?) <strong>die</strong> Freunde.</p><p>Ich hoffe, ich konnte ein bisschen Klarheit schaffen und im Fall der Fälle empfehle ich, einfach ein Fallbeil zu nehmen, den nächsten Baum zu fällen und zu hoffen, dass er auf den Lateinlehrer fällt.</p><div id="crp_related"><h3>Ähnliche Beiträge:</h3><ul><li><a href="http://sprachen-blog.de/false-friends-blamieren-blame/" rel="bookmark" class="crp_title">False friends: Blamieren &#8211; blame</a></li><li><a href="http://sprachen-blog.de/was-sind-pronomen/" rel="bookmark" class="crp_title">Grammatik für Dummies (5): Pronomen</a></li><li><a href="http://sprachen-blog.de/false-friends-faul-foul-flug-fly/" rel="bookmark" class="crp_title">False friends: Faul &#8211; foul &#124; Flug &#8211; fly</a></li><li><a href="http://sprachen-blog.de/false-friends-konkurrent-concurrent/" rel="bookmark" class="crp_title">False friends: Konkurrent &#8211; concurrent</a></li><li><a href="http://sprachen-blog.de/false-friends-kritik-critic/" rel="bookmark" class="crp_title">False friends &#8211; Kritik &#8211; critic</a></li></ul></div>]]></content:encoded>
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