Tipps zum Vokabeln lernen

Hat man die Grammatik einer Sprache erstmal intus, bleibt eins nicht aus: Der Aufbau eines soliden Wortschatzes. Ein paar Wörter wird man sicherlich schon mit dem Lehrbuch gelernt haben, aber über den Grundwortschatz einer Sprache wird man damit meistens nicht hinausgekommen sein. Wie schaff ich es nun, dass ich die verflixten Vokabeln nicht wieder vergesse? Dann mal an dieser Stelle ein paar “Geheimtipps” von mir:

1. Zunächst einmal schreib ich mir von den neuen Wörtern, die im Lehrbuch vorkommen, die deutsche Entsprechung mit einem dünnen Bleistift obendrüber. Druckbleistifte eignen sich dafür am Besten, weil sie ganz fein sind. Ich weiß ich weiß, viele behandeln ihre Lehrbücher wie rohe Eier, nur damit sie sie anschließend nochmal für lumpige 10 Euro verchecken können. Falscher Weg. Mit einem Lehrbuch muss man arbeiten, drin rummalen, wichtige Sachen markieren und die unbekannten Wörter obendrüber schreiben. Denn neue Wörter lernt man am Besten im Kontext und wenn man erstmal hinten im Register oder im Wörterbuch nachschlagen muss, hat man den Kontext des Satzes auch schon wieder vergessen. Dann liest man abends nochmal den neuen Text und kann ihn schon ganz flüssig lesen, weil ja die deutschen Wörter obendrüber stehen. Noch ein kleiner psychologischer Vorteil dieser Methode: Man hat sich lange und intensiv mit dem neuen Wort beschäftigt, weil man die deutsche Entsprechung obendrüber geschrieben hat.

2. Eine sehr effektive Methode, vor allem wenn man sich kurzfristig auf einen Vokabeltest oder eine Prüfung vorbereiten muss, sind Vokabeltrainer. Damit meine ich aber nicht die völlig überteuerten Dingens, die es da bei Thalia gibt und die schon 4000 Vokabeln abgespeichert haben, sondern ein ganz simples Programm, das es oftmals zum kostenlosen Download gibt. Ich habe seinerzeit mit dem kostenlosen ASVokabeltrainer gearbeitet, den es wohl leider nicht mehr gibt, der aber mehr als hervorragend war. Er hat mich durchs ganze Studium begleitet und Terrabytes an Vokabeln in mein Hirn gehämmert. Dafür habe ich nun diesen hier gefunden, der scheint mir optimal zu sein, auch wenn ich ihn noch nicht ausprobiert habe: Vokabeltrainer Einfach mal runterladen und ausprobieren, ansonsten findet man mit ein bisschen Gugulando noch viele Hundert weitere. Wichtig ist nur, dass er so simpel wie möglich ist, damit man nämlich genau die Vokabeln eintragen kann, die man gerade in der Lektion lernt und nicht irgendwelche 4000 Vokabeln, zu denen man gar keinen Bezug hat. Er muss einfach nur zwei Funktionen haben: Man muss sich selbst Vokabelhefte zu seinen Lehrbuchlektionen anlegen können und er muss die Wörter, die man falsch geschrieben hat häufiger abfragen als die anderen. Am effektivsten und nachhaltigsten lernt man, wenn man erst die Vokabeln der kommenden Lektion mit so einem Trainer stur auswendig lernt und dann anschließend im Lektionstext die deutschen Wörter obendrüber schreibt. Wer die neuen Vokabeln dann immer noch vergisst, dem stell ich persönlich eine Alzheimerbescheinigung aus.

3. Man kann so einen Vokabeltrainer auch ein bisschen “zweckentfremden”, wie ich es auch schon gemacht habe. Man kann z.B. ganze Sätze eingeben und sich so abfragen lassen oder bestimmte grammatische Konstruktionen (z.B. sämtliche Subjonctif-Auslöser) oder auch Sätze von Aktiv in Passiv umwandeln. Letztendlich kann man sich damit sogar Jahreszahlen oder Formeln abfragen lassen, im Grunde also alles, was man eingeben kann. So ein Vokabeltrainer ist wirklich sehr effektiv, vor allem deshalb, weil man das jeweilige Wort eben auch richtig schreiben (bzw. tippen) muss und der Computer einen so lange damit löchert, bis man es endlich kapiert hat. Irgendwie macht das dann auch noch Spaß. Mit einem Vokabeltrainer lassen sich pro Tag locker 30 neue Wörter lernen, macht pro Woche 210, na das ist doch schon was! Man sollte pro “Vokabelheft” nicht mehr als 30-50 Vokabeln (je nach Begabung) anlegen, weil das sonst auch frustig werden kann und es zu lange dauert, bis man alle richtig kann. Am Besten lässt man sich immer genau die abfragen, die auch im Lektionstext des Lehrbuchs vorkommen.

Und jetzt viel Spaß beim Vokabeln lernen und viel Erfolg!

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4 Antworten auf Tipps zum Vokabeln lernen

  1. Ute sagt:

    …endlich mal jemand, der mich versteht!
    Ich habe schon immer in Lehrbüchern gemalt, geschrieben…

    Nie hätte ich spanisch schreiben gelernt, wenn ich nicht ein Jahr lang konsequent jeden ‘Acento’ angemalt hätte… Irgendwann war es dann drin, welche Regeln dazu führen, dass ein Acento gesetzt wird oder eben nicht.

  2. Pingback: Vokabeln lernen

  3. dany sagt:

    geil danke

  4. Pingback: Vocabee - ein richtig guter Vokabeltrainer | Sprachen-Blog

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