Grammatik für Dummies (4): Das Adverb

Grammatik für DummiesEs ist mal wieder Zeit für ein bisschen Grammatik. Letztes Mal ging es in dieser Serie um das Adjektiv, heute kommt sein Zwillingsbruder dran, das Adverb. Die Bezeichnung kommt (natürlich) mal wieder aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie “beim Verb”, was allerdings nur in den seltensten Fällen auch wirklich so ist. Aber irgendeinen Namen musste man ihm ja geben.

Das Adverb wurde von Frau Bratapfel erst gar nicht in den Mund genommen bzw. an die Tafel geschrieben, weil es viel zu kompliziert zu erkennen ist. Zumindest für die Kleinen. Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer. Alles was nicht den anderen Wortarten zugeordnet werden kann, ist meist ein Adverb. Beispiel: Einmal, so, vollends, dann, dort, rechts, links, damals, morgens, daran, darüber, dazwischen usw. Irgendwie einfach so kleine, fiese Wörtchen. Aber ganz so chaotisch ist es nun doch nicht, denn man kann sie schon nach gewissen Kriterien einordnen und dann auch daran erkennen.

1. Lokaladverbien

Nein, diese Adverbien gehen nicht ins Lokal und feiern dort, bis es kracht. Es handelt sich ganz einfach um Ortsbestimmungen, man kann sie einfach mit der Frage “wo?” erfragen: draußen, dort, oben, unten, hinten, vorn, etc.

2. Temporaladverbien

Nein, Temporaladverbien haben kein Problem mit Geschwindigkeitsbeschränkungen. Die Bezeichnung leitet sich aus dem lateinischen Wort für Zeit (=Tempus) ab und daher können diese kleinen Adverbien mit der Frage “wann?” erfragt werden: jetzt, gestern, damals, heute, inzwischen, längst, manchmal, oft, etc.

3. Modaladverbien

Modaladverbien sind sehr selten. Sie beschreiben die Art und Weise (wie etwas geschieht) und können daher mit “wie?” erfragt werden: hinterrücks, blindlings, irgendwie etc. Hier muss man natürlich aufpassen, dass man sie nicht mit dem Adjektiv verwechselt. Aber dazu gleich noch mehr.

Adjektiv oder Adverb?

Der Hauptunterschied zwischen Adjektiv und Adverb ist, dass ein Adjektiv auch vor einem Substantiv stehen kann und dann dekliniert (gebeugt) wird, das heißt, an das Substantiv angeglichen wird: Der große Mann/die großen Männer, der kleine Mops, des kleinen Mopses. Ein Adverb hingegen ist indeklinabel, was nicht heißt, dass es doch oftmals fälschlicherweise getan wird: Die bislangen Ergebnisse, die sogleiche Erledigung.

Ist man sich also unsicher, ob man es mit einem Adjektiv oder Adverb zu tun hat, stellt man es einfach vor ein Substantiv und versucht es zu deklinieren: Gestern Abend -> Adverb, Der Ausgang des gestrigen Abends -> Adjektiv

Die adverbiale Bestimmung

Im Gegensatz zum winzigen Adverb, das meist alleine und verloren als Wortart irgendwo  im Satz herumsteht, hat die adverbiale Bestimmung schon mehr Verantwortung, nämlich als Satzglied:

An dieser Stelle hat Ottos Mops seine Mopsdame kennengelernt. (Adverbiale Bestimmung des Ortes)

Am Dienstag kauft Otto das tolle Mopsfutter von Eukanuba. (Adverbiale Bestimmung der Zeit)

In dieser Funktion stehen allerdings häufig auch Adjektive: Otto singt laut und falsch.

In anderen Sprachen

Weil wir im Deutschen hier keinen Unterschied zwischen Adjektiv und Adverb machen, haben wir beim Lernen von anderen Sprachen oftmals große Probleme zu unterscheiden:

Englisch: He drives carefully (Adverb, bezieht sich auf “to drive” ) vs. He is a careful driver (Adjektiv, bezieht sich auf “is”)

Französisch: Il parle couramment le français (Adverb, bezieht sich auf “parler”) vs. Il est grand (Adjektiv, bezieht sich auf “est”)

Die Endung -ment im Französischen bzw. -mente im Spanischen leitet sich aus dem lateinischen mens, mentis (der Geist) ab. Ursprünglich also Wörter, mit denen man sich im Geiste beschäftigt.

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10 Antworten auf Grammatik für Dummies (4): Das Adverb

  1. Hner sagt:

    Jaja, über diese schöne Wortart hab’ ich meine Abschlussarbeit verfasst. Typologisch lässt sich das Adverb nur schwer klassifizieren:

    Cuzzolin et al. (2006 : S.2) führen als Beispiel an : „In Maori „adverbs“ show agreement with the verb [...] for diathesis (active or passive).“

    Neben solchen Sprachen, in denen das Adverb mit seinem Modifikatum kongruiert, stellt sich das Problem noch deutlicher in isolierenden Sprachen, da hier jede Möglichkeit der morphologischen Klassifizierung ausgeschlossen ist. Die verbleibende Option, allein nach syntaktischen Kriterien eine Wortart Adverb in diesen Sprachen gegenüber anderen Wortarten, wie Substantiven und Verben in adverbialem Gebrauch, abzugrenzen, birgt die Schwierigkeit, den vermeintlichen Adverbien hierzu ein spezifisches Distributionsmuster nachweisen zu müssen. Manche der fraglichen Wörter bieten dafür aber zu wenig syntaktische Anhaltspunkte.

    Biestige Wortart! Aber hochinteressant. Vor allem hinsichtlich ihrer Entstehung und Distribution.

  2. zoe hermann sagt:

    ich verstehe das immernoch nicht mit dem adverb kann mirs jemand erklären?

  3. jasmin manoharan sagt:

    ich hab das gleiche problem:(

  4. jasmin manoharan sagt:

    also wie ist das noch mal mit dem adverb,ich versteh es trotzdem nicht:(
    Bin in der 5.klasse:(

  5. Frank sagt:

    Was genau versteht ihr denn nicht? Wie man es erkennt?

  6. jamilah magdy sagt:

    ich verstehe es immer noch nicht !!!

  7. Benni sagt:

    Adjektiv -> beschreibt das Verb (Bsp.: “feige”)
    Adverb -> beschreibt das Verb noch genauer, sozusagen in 2. Ebene (Bsp.: “hinterrücks”)

    Beispielsatz: “Er sticht ihn feige hinterrücks ab.”

  8. puna sagt:

    ich kapiere das nicht…

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