Wer wird Millionär?


Jeder kennt sie, diese ellenlangen Homepages, die sich derzeit seuchenartig im Internet ausbreiten. “Millionär in 7 Tagen”, “Endlich Internetmillionär”, “Geld verdienen im Schlaf” und ähnlich vertrauenswürdige Titel knallen einem meist zu allererst beim Öffnen der Plattform entgegen. Auf ihnen versuchen selbsternannte Pseudo-Internet-Millionäre über eine Distanz von mindestens 5000 Pixeln Länge und haufenweise gefakter Kontoauszüge andere Möchtegern-Millionäre in stümperhaftem Marketing-blabla zu überreden, ihr ach so tolles E-book, Geheimrezept für eine kometenhafte Einkommenssteigerung, für teures Geld zu erwerben.

Auf manchen Plattformen werden diese E-Books gerne auch “Geheimreporte” genannt. “Unbezahlbare” Marketinggeheimnisse werden hier angeblich von C. Mogwitz, Klaus Schlüsselblume, Hans Rübenholzer, Helmut Ament und anderen klangvoll ausgedachten Namen wie lauwarmes Bier angepriesen. Die altruistischen Herren haben es ja bereits zu Ruhm und Ehre gebracht und möchten nun ihr “Wissen” mit anderen teilen. Wenn sie schon so reich sind, warum tun sie das dann nicht kostenlos? Augenscheinlich ist dabei: Letzten Endes geht es nur darum, diese Plattform zu kopieren, selbst ein Klaus Schnurzelbinder zu werden, sich als Internet-Millionär auszugeben und seinerseits auf die Pirsch nach gutgläubigen Usern zu gehen, die für ein kopiertes E-Book Geld bezahlen. Hinter all dem steckt also nichts anderes, als ein verbotenes Schneeballsystem. Und da man ja schon mal in die “Geheimreporte” investiert hat, sieht man sich unter Zugzwang das ausgegebene Geld wieder reinzuholen.

Besonders wichtige Passagen werden auf diesen Plattformen oftmals GELB untermalt und fett hervorgehoben, damit man auch im Idiotenmodus damit zurechtkommt. Schließen tut so ein Auftritt stets mit einem Passfoto des “Millionärs” und den Worten “Herzliche Grüße, Ihr xxx.” Die neueste Masche ist es nun anscheinend, ein ABO zu buchen, wobei man erst mit dem Betrag von einem Euro angelockt wird, um schließlich 27,95 €/Monat für der Weisheit letzten Schluss zu zahlen. Augenscheinlich ist heute kein halbwegs intelligenter Internetuser mehr dazu bereit, auf Anhieb 49,95€ dafür zu bezahlen. Im Grunde müsste mich sowas nicht weiter tangieren, was ich jedoch bedenklich finde, ist, dass dieser Linkmüll, der nicht mal in einen drittklassigen Webkatalog aufgenommen würde, auf der eigentlich seriösen Business-Plattform Xing einfach so abgeladen werden darf (sogar mehrfach und in verschiedenen Foren), ohne von der Gruppenmoderation sanktioniert zu werden. Wenn das so weiter geht, kann ich mir vorstellen, wie die Gruppen auf Xing bald aussehen werden. Ich fühle mich in solchen Gruppen jedenfalls nicht mehr wohl und werde die Konsequenzen daraus ziehen. Meines Erachtens sollte da von Seiten Xing schnellstens was getan werden, denn ist der Ruf erst ruiniert….

Unseriös, dumm, abartig.

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7 Antworten auf Wer wird Millionär?

  1. Ute sagt:

    …manchmal ist doch sinnvoll bis zum Schluss zu lesen… ;-)

    Bis zum letzten Absatz habe ich mich gefragt, “was will er mir sagen” und “was genau soll das jetzt, das passt gar nicht zu ihm”.

    Ich lese in den letzten Wochen, dank Baustelle zu Hause, nur sehr sehr wenig überhaupt im Netz und erst recht in XING-Gruppen, in denen die meisten Diskussionen doch recht umfangreich sind.

    So wie du es beschreibst, kann ich dir jedoch nur zustimmen, das ist nervig und sowas müsste zumindest moderiert werden…

  2. Frank sagt:

    Sei froh über Deine Baustelle! Ja, manchmal geht es hier eben auch um andere Abartigkeiten aus meinem Alltag. ;-)

    Und bisher habe ich Xing als Business-Plattform sehr geschätzt und interessante Geschäftskontakte geknüpft.

    Jetzt muss ich aber doch lachen, denn die Adsense-Anzeigen unter meinem Artikel verlinken genau auf so einen Bullshit lol

    Das muss ich gleich mal auskommentieren ;-)

  3. Susi sagt:

    Ich halte von solchen Nepper, Schlepper, Bauernfänger auf so seriösen Plattformen wie Xing auch nichts. Bin ganz deiner Meinung das das Moderiert werden und solche Gruppen einfach entfernt werden sollten.

  4. Ute sagt:

    @Frank …und für mich müsstest du an deinen Anzeigen nichts ändern. Hättest du es nicht geschrieben, wüsste ich gar nicht, dass es hier Werbung gibt.

    Werbeblocker und so, haben schon was ;-)

  5. Dirk sagt:

    Also diese Seiten sind doch mittlerweile allseits bekannt und werden entsprechend gemieden oder? Es hat sicher jeder schon wenigstens einmal darauf reagiert, einige sogar in ein solches E-Book investiert, um es dann weiter zu verkaufen. Letztlich steckt jedoch nichts anderes dahinter, als bei den ähnlich gestrickten Anzeigen – “Mit E-Mails beantworten Geld verdienen” – oder, oder, oder. Am besten gar nicht drüber aufregen und bezüglich XING, also mir ist es noch nicht aufgefallen, aber ich halte mal die Augen offen, und würde direkt an XING dann ne entsprechende Mail schicken, um das zu prüfen.

  6. Ronny sagt:

    “Helmut Ament und anderen klangvoll ausgedachten Namen”

    Das sollte ich vielleicht klarstellen. Im speziell gezeigten Fall ist der Name nicht ausgedacht. Der Herr ist durchaus real.

    Solche eBooks habe ich auch schon gelesen. Kaufen muss man die doch nicht. Die gibts doch im Internet, oft auch zum kostenlosen, Download bei irgendwelchen Adresssammlern. Und jeder weiß doch das ich Emil Meier aus Kleinkleckersdorf bin mit einer E-Mail-Adresse vom Wegwerf-E-Mail-Dienst.. ;)

    Ok, mal im Ernst. Es gibt auch Anbieter, und da zähle ich den Ament dazu, die haben im Grunde genauso Geld verdient, wie sie es in ihren eBooks erzählen. Sie haben sicherlich auch so viel Geld (oder annähernd) verdient, wie sie es in ihren eBooks beschreiben.

    Nur erstens: zu einer anderen Zeit und zweitens scheinen sie nicht alles zu erzählen. Es fehlt eben noch das kleine Fünkchen um manch ein Konzept tatsächlich erfolgreich umzusetzen. Und da scheitert es eben. Wieviele solcher eBooks hast Du selbst schon gelesen, Frank? Wenn es kein einziges ist, dann erzählst Du uns leider nur etwas was Du vermutest oder was Du gehört hast :(
    Wenn Du alle gelesen hast, dann bist Du wahrscheinlich schon Millionär und willst es nur nicht verraten ;)

    Zu Xing: Damals, ja früher war alles anders :) , als Xing noch openBC war, da war es auch auszuhalten auf Xing. Heute haben die Finanzgeier und eben solche Leute wie die eBook-Vermarkter Xing entdeckt. Oh je….

    Herzliche Grüße, Ihr Emil. ( hihi )

  7. Frank sagt:

    Hallo “Emil”, gleich vorweg: Wenn auf Deiner URL irgendwann auch so eine Millionärsseite prangt, dann fliegst Du hier schneller wieder raus als Du “Millionär” buchstabieren kannst ;-)

    Solange die Dinger kostenlos veröffentlicht werden, hab ich ja auch nix dagegen. Aber mit irgendwelchen Abos zu locken, das find ich schon super dreist. Und da liegt schon der Hase im Pfeffer. Der Millionär wird doch nur dadurch potentieller möchtegern-Millionär indem er für die ebooks Geld nimmt, ohne dafür einen echten Mehrwert zu bieten. Und nein, ich habe nicht ALLE Millionärs-ebooks gelesen. Ich bin aber auch nicht gegen alle Bäume gefahren und weiß trotzdem, dass es weder für mich noch mein Auto gut ist.

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