Woher kommt der Altweibersommer?

Der Altweibersommer – mit ihm haben wir es derzeit zu tun. Um es vorweg zu nehmen: Nein, damit sind nicht jene Wochen im August gemeint, in denen sich betagte Damen an verschiedenen Strandabschnitten auf Gran Canaria mit entblößten Brüsten anderen Menschen präsentieren – ob diese das sehen wollen oder nicht. Im Grunde seines Ursprungs hat der Begriff mit “Weibern” auch gar nichts zu tun.

Vielmehr bezeichnet man mit “Altweibersommer” ein Hochdruckgebiet im September, das meist mit dem Oktoberfest zusammenfällt (wenn die Feierwütigen Glück haben). Gemeint sind damit die herumfliegenden Spinnfäden, die man aufgrund des drastischen Temperaturunterschieds zwischen Tag und Nacht durch den Morgentau glitzern sieht. Mit “weiben” bezeichnete man im Althochdeutschen das Knüpfen von Spinnfäden. Die indogermanische Wurzel *al bedeutet im Grunde ihres Ursprungs wachsen, wachsen machen, nähren. Im Volksglauben hielt man die Spinnfäden lange für Gespinste von Elfen, Zwergen oder der Jungfrau Maria. Auch in anderen Ländern gibt es den Altweibersommer.

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